Halbjahreszeugnis
Ein Blick zurück – und mit Vorfreude nach vorn
Kaum zu glauben, aber die erste Hälfte des Jahres 2026 liegt schon hinter uns. Wenn wir auf die vergangenen Monate zurückblicken, denken wir vor allem an viele Begegnungen: an Gespräche mit engagierten Menschen, inspirierende Projektbesuche und den Austausch mit Kommunen, Vereinen und Initiativen im ganzen Land.
Genau diese Begegnungen machen unsere Arbeit aus. Sie zeigen uns immer wieder, wie vielfältig Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg gelebt wird, welche Ideen vor Ort entstehen und wo Menschen Unterstützung brauchen, um ihre Projekte umzusetzen. Gemeinsam konnten wir in den vergangenen Monaten vieles auf den Weg bringen und dazu beitragen, Beteiligung weiter zu stärken.
Zeit also für einen kleinen Rückblick – und einen Ausblick auf das, was uns im zweiten Halbjahr erwartet.
Im Gespräch mit den Menschen vor Ort
Persönliche Begegnungen sind und bleiben das Herzstück unserer Arbeit. Deshalb waren wir auch in diesem Jahr wieder viel in Baden-Württemberg unterwegs.
Besonders in Erinnerung bleiben uns die vier Stationen unserer Reihe „Allianz auf Tour“ in Waldstetten, Asch, Murg und Schriesheim. Dort konnten wir nicht nur spannende Projekte kennenlernen, sondern vor allem Menschen miteinander vernetzen. Engagierte aus unterschiedlichen Initiativen kamen miteinander ins Gespräch, tauschten Erfahrungen aus und nahmen neue Ideen für ihre eigene Arbeit mit. Genau dieser Austausch macht die Reihe für uns so wertvoll.
Gleichzeitig hilft uns die Tour dabei, besser zu verstehen, was ehrenamtlich getragene Beteiligungsprozesse erfolgreich macht. Welche Unterstützung brauchen Engagierte? Was trägt zu einer guten Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Zivilgesellschaft bei? Und welche Rahmenbedingungen braucht es, damit gute Ideen vor Ort wachsen können? Die Antworten auf diese Fragen nehmen wir mit in unsere weitere Arbeit.
Im Oktober findet die Reihe ihren Abschluss beim Großen Netzwerktreffen in Schwäbisch Gmünd – wir freuen uns schon jetzt auf das Wiedersehen mit vielen bekannten und neuen Gesichtern.
Auch darüber hinaus waren wir viel unterwegs: Beim Queerpolitischen Fachtag in Stuttgart sprachen wir u.a. mit dem damaligen Sozialminister Manne Lucha über die Bedeutung, aber auch Hürden von Beteiligung und Vielfalt. Unsere Wahlkreistage BW- Bürger*in und Politik im Gespräch führten uns unter anderem nach Geislingen, Vaihingen und Ludwigsburg und endeten mit einer Abschlussveranstaltung im Stuttgarter Landtag – inklusive Führung durch die Landtagsabgeordneten Thomas Poreski, Ilona Boos und dem Abgeordnetenbüro von Katrin Steinhilb-Joos. Derzeit überlegen wir, wie wir die Erfahrungen nutzen und das Format auch in Zukunft erfolgreich ins Land tragen können.
Auch im Rahmen des Landesprogramms „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten.“ waren wir wieder aktiv – unter anderem bei verschiedenen Regionalkonferenzen im ganzen Land. Dort konnten wir den Austausch zu Quartiersentwicklung und Bürgerbeteiligung gemeinsam mit vielen engagierten Akteur*innen mitgestalten.
Ein neues Format, das uns besonders freut, ist unser „Methodenmontag“. Die Online-Reihe bietet einen unkomplizierten und niederschwelligen Einstieg in praktische Methoden der Bürgerbeteiligung. Die große Resonanz auf die ersten Termine zeigt uns: Der Bedarf an praxisnahen Werkzeugen und Raum für Austausch ist groß.
Engagement ermöglichen durch Beratung und Förderung
Eine lebendige Beteiligungskultur braucht gute Ideen – und die passenden Unterstützungsangebote. Umso mehr freut uns die große Nachfrage nach unseren Förderprogrammen. Sie zeigt, wie viele Menschen und Kommunen sich mit großem Engagement für das Miteinander vor Ort einsetzen.
Die „Nachbarschaftsgespräche“ sind für 2026 bereits ausgebucht. Alle verfügbaren Plätze sind vergeben – ein schönes Zeichen dafür, wie groß das Interesse daran ist, Menschen auch bei vermeintlich schwierigen Themen vor Ort miteinander ins Gespräch zu bringen.
Auch das Interesse an „Gut Beraten!“ ist ungebrochen. In den ersten drei Jurysitzungen konnten bereits 51 Projekte bewilligt werden. Im Herbst folgt eine weitere Jurysitzung – insbesondere für Projekte aus den Bereichen Quartiersentwicklung und Mobilität.
Beim „Beteiligungstaler“ sind einzelne Förderschwerpunkte bereits ausgeschöpft. Für Projekte rund um Quartiersentwicklung und Mobilität stehen jedoch weiterhin Mittel zur Verfügung.
Ende Mai ist unser Förderprogramm „Kickstart Klima“ ausgelaufen. Die große Nachfrage hat eindrucksvoll gezeigt, welchen Stellenwert Beteiligung auch für die Gestaltung der Klimawende vor Ort hat.
Seit Juni ergänzt außerdem der „Inklusionstaler“ unser Förderangebot. Damit unterstützen wir Projekte, die die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen stärken und Beteiligung für alle ermöglichen.
Ein weiterer Schritt war die Einführung unseres digitalen Antragssystems. Nach den ersten Wochen zeigt sich: Es gibt noch kleinere Kinderkrankheiten, insgesamt sind wir aber auf einem guten Weg. Wir freuen uns darauf, die Antragstellung und -bearbeitung Schritt für Schritt noch einfacher und komfortabler zu gestalten.
Dass wir all diese Förderprogramme anbieten können, ist keine Selbstverständlichkeit. Sie werden aus Mitteln finanziert, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat. Unser Dank gilt den fördermittelgebenden Ministerien, die dieses Engagement ermöglichen: dem Staatsministerium, dem Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit, dem Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, dem Ministerium für Verkehr sowie dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft.
Gemeinsam neue Themen anpacken
Neben unseren Förderprogrammen entwickeln wir auch eigene Projekte kontinuierlich weiter. Gemeinsam mit unseren Partner*innen greifen wir aktuelle Herausforderungen auf und entwickeln Angebote, die Kommunen, Engagierte und zivilgesellschaftliche Organisationen ganz konkret unterstützen.
Mit „Einmischen? Mitmischen! 2.0“ unterstützen wir die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in ihrem direkten Wohnumfeld. Aufbauend auf den Erkenntnissen und Materialien des Vorgängerprojekts qualifizieren aktuell wir Coachingteams, die künftig eigenständig Bewohner*innenbeiräte schulen und begleiten werden.
Neu gestartet ist außerdem unser Projekt „Stark vor Ort – gut vorbereitet für den Ernstfall“. Gemeinsam mit der Baden-Württemberg-Stiftung und dem Staatsministerium Baden-Württemberg stärken wir die Zusammenarbeit von Kommunen und der Blaulichtfamilie mit der Zivilgesellschaft. Ziel ist es, tragfähige Netzwerke aufzubauen, bevor sie im Ernstfall gebraucht werden – denn gute Zusammenarbeit entsteht nicht erst in der Krise, sondern wächst durch Vertrauen, gemeinsame Erfahrungen und regelmäßigen Austausch.
Beteiligung sichtbar machen
Gute Ideen verdienen Aufmerksamkeit. Deshalb gehört auch die Öffentlichkeitsarbeit zu unserer Aufgabe: Wir möchten zeigen, was Beteiligung bewirken kann, gute Beispiele sichtbar machen und möglichst viele Menschen für Beteiligung begeistern.
Vielleicht haben Sie unseren neuen Film über die Allianz für Beteiligung schon entdeckt? Falls nicht, lohnt sich ein Blick hinein. Er gibt einen Einblick in unsere Arbeit, zeigt die Vielfalt unserer Projekte und Förderprogramme und macht sichtbar, wie Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg gelebt wird.
Auch unsere Flyer haben wir überarbeitet und neu gestaltet. Sie geben einen kompakten Überblick über unsere Angebote und helfen dabei, unsere Arbeit noch bekannter zu machen.
Besonders freuen wir uns darüber, dass inzwischen mehr als 700 Menschen unserer Arbeit auf Instagram folgen. Für uns ist das mehr als nur eine Zahl. Es zeigt, dass sich immer mehr Menschen für Bürgerbeteiligung interessieren und sich über Projekte, Veranstaltungen und gute Beispiele aus Baden-Württemberg informieren möchten.
Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle unserem internen ÖA-Team für eure Kreativität und euren unermüdlichen Einsatz.
Unser Team wächst
Hinter unseren Projekten und Angeboten stehen Menschen, die viel Herzblut in deren Gelingen stecken. Deshalb freuen wir uns besonders, dass unser Team in diesem Jahr Verstärkung bekommen hat.
Seit Januar bereichert Milena Buhl als Projektleiterin unser Projekt „Einmischen? Mitmischen! 2.0“. Seit Juli unterstützt Lara Märkle als Projektassistenz unser neues Projekt „Stark vor Ort – gut vorbereitet für den Ernstfall“.
Herzlich willkommen – schön, dass ihr Teil unseres Teams seid!
Mit Vorfreude ins zweite Halbjahr
Auch in den kommenden Monaten bleibt viel in Bewegung. Den Auftakt macht am 17. September das Barcamp Breite Beteiligung, bei dem wir gemeinsam mit vielen Engagierten neue Ideen und Ansätze für Bürgerbeteiligung diskutieren möchten.
Im Oktober geht es direkt weiter: Wir beteiligen uns an der Langen Nacht der Demokratie mit einer Veranstaltung in Rastatt, besuchen am 9. Oktober das Bürgerforum „Perspektiven Rottweil und freuen uns besonders auf unser Großes Netzwerktreffen am 16. Oktober in Schwäbisch Gmünd. Mit einer Keynote von Katarina Peranić, spannenden Praxisbeispielen und viel Raum für Austausch bildet es den Abschluss unserer diesjährigen „Allianz auf Tour“.
Auch unsere Online-Reihe „Hallo Quartier“ geht weiter. Dort stellen wir gemeinsam mit unseren Projektträgern spannende Quartiersprojekte aus Baden-Württemberg vor – unter anderem aus Bietigheim und dem Rhein-Neckar-Kreis. Nach der Sommerpause startet auch die Reihe „Methodenmontag“ in die Herbstsaison.
Bei den Förderprogrammen stehen ebenfalls wichtige Termine an: Ab September kann die Neuauflage des „Aktionstalers Kinder- und Jugendschutz“ beantragt werden. Im Herbst findet außerdem die vierte Jurysitzung in diesem Jahr von „Gut Beraten!“ statt, und bei den „Quartiersimpulsen“ läuft aktuell die Bewerbungsphase für Projekte, die noch in diesem Jahr starten wollen.
Langweilig wird es also ganz sicher nicht – und genau darauf freuen wir uns.
Weiter, immer weiter
Die vergangenen Monate haben uns einmal mehr gezeigt: Überall in Baden-Württemberg setzen sich Menschen mit Herzblut für ihr Umfeld ein. Dieses Engagement macht Mut. Es zeigt, dass Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und ihre Kommune aktiv mitzugestalten.
Genau dieses Engagement ist es, das unsere Arbeit jeden Tag aufs Neue antreibt. Dafür möchten wir allen danken, die unsere Veranstaltungen besucht, Förderprogramme genutzt, Projekte umgesetzt oder unsere Arbeit auf andere Weise unterstützt haben.
Herzliche Grüße
Anni Schlumberger