Im Krisen- oder Katastrophenfall sind schnelles Handeln und eine gute Bewältigungsstrategie von zentraler Bedeutung – und eine gut abgestimmte Zusammenarbeit vor Ort.

 „Stark vor Ort – gut vorbereitet für den Ernstfall!“ ist ein gemeinsames Projekt der Baden-Württemberg Stiftung, der Allianz für Beteiligung und dem Staatsministerium Baden-Württemberg. In einer Pilotphase wird zunächst ein Beteiligungsformat mit bis zu acht interessierten Kommunen entwickelt und erprobt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen fließen in die Gestaltung einer nachhaltig nutzbaren Toolbox, die ab Herbst 2027 in bis zu 20 weiteren Kommunen in Baden-Württemberg umgesetzt, verfeinert und anschließend allen interessierten Kommunen im Land zur Verfügung gestellt werden soll.  

Krisen und Katastrophen lassen sich nicht immer verhindern – ihre Auswirkungen können jedoch durch gute Vorbereitung und eine starke Zusammenarbeit vor Ort deutlich gemindert werden. Kommunen und die Akteurinnen und Akteure der Blaulichtfamilie haben in den vergangenen Jahren vielfach bewiesen, dass sie über leistungsfähige Strukturen der Krisenvorsorge und des Katastrophenschutzes verfügen.    

Das Projekt „Stark vor Ort – gut vorbereitet für den Ernstfall!“ knüpft daran an und nimmt die Menschen vor Ort gezielt in diese Zusammenarbeit auf. Denn Vereine, Initiativen, Nachbarschaftsnetzwerke sowie engagierte Bürger und Bürgerinnen innen verfügen über wertvolle Ressourcen, Kompetenzen und Netzwerke, die im Ernstfall einen wichtigen Beitrag leisten können.    

Das Projekt baut auf einer ersten Projektphase auf. Im Frühjahr 2026 wurden in fünf Kommunen, die Krisen durchlebt haben, Gespräche geführt. Bürgerinnen und Bürger, Zivilgesellschaft sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Blaulichtfamilie und Bevölkerungsschutz trugen zusammen, was in der Krise funktionierte, was fehlte und was anderen helfen kann. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden in einem Bericht festgehalten und bilden die Basis für die nun beginnende Pilotphase. 

Das Beteiligungsformat, das in der nun anstehenden Pilotphase weiterentwickelt und erprobt werden soll, ist mehrstufig aufgebaut und auf rund sechs Monate angelegt. Es umfasst drei bis vier aufeinander aufbauende Veranstaltungen unterschiedlichen Umfangs. Gemeinsam identifizieren die Beteiligten Potenziale für eine engere Zusammenarbeit, entwickeln tragfähige Netzwerke und Abläufe spezifisch für ihre Kommunen und erarbeiten konkrete Maßnahmen für den Krisen- und Katastrophenfall.   

Die Allianz für Beteiligung begleitet den gesamten Prozess fachlich und organisatorisch. Für die erste Entwicklungs- und Erprobungsphase (Oktober 2026 bis August 2027) werden bis zu acht möglichst unterschiedliche Pilotkommunen gesucht.  

Angesprochen sind kleinere und größere Kommunen, ländlich geprägte ebenso wie städtische Kommunen sowie Kommunen mit viel oder wenig Erfahrung in Beteiligungsprozessen. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, den Beteiligungsprozess vor Ort organisatorisch zu unterstützen.    

Als Pilotkommune gestalten Sie ein innovatives Beteiligungsformat zur Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz aktiv mit und profitieren von einer professionellen Begleitung durch die Allianz für Beteiligung. Sie erhalten die Möglichkeit,  

die Zusammenarbeit von Kommune und Blaulichtfamilie mit der Zivilgesellschaft weiterzuentwickeln,  

die Ressourcen, Kompetenzen und Netzwerke der organisierten und nicht organisierten Zivilgesellschaft für die Krisenvorsorge vor Ort besser zu nutzen, 

gemeinsam tragfähige Strukturen, Abläufe und konkrete Maßnahmen für den Krisen- und Katastrophenfall zu entwickeln, 

die Bürgerinnen und Bürger (oder: die Bevölkerung) durch das Projekt in ihrer Kommune für das Thema Krisenvorsorge zu sensibilisieren und zur Eigenvorsorge anzuregen. 

bestehende Netzwerke zu stärken und neue Kooperationen anzustoßen sowie 

als Pilotkommune die Entwicklung eines Angebots mitzugestalten, das künftig auch weiteren Kommunen in Baden-Württemberg zur Verfügung stehen soll. 

Die Allianz für Beteiligung übernimmt in der Pilotphase die Konzeption und Moderation des Beteiligungsprozesses und unterstützt die beteiligten Kommunen zusätzlich mit einer Förderung von Sachmitteln in Höhe von bis zu 4.000 Euro (z. B. für Öffentlichkeitsarbeit, Raummiete oder Verpflegung).   

Bewerbungszeitraum:
21. Juli bis 15. September 2026

Online-Informationsveranstaltung: 
27. Juli 2026, 11:00 – 12:00 Uhr

Start der Pilotphase: 
Oktober 2026

Dauer des Beteiligungsprozesses vor Ort: 
ca. sechs Monate (Oktober 2026 bis Juli 2027)

Der Beteiligungsprozess erstreckt sich über einen Zeitraum von rund sechs Monaten und wird in der Pilotphase durch das Projektteam der Allianz für Beteiligung professionell begleitet und moderiert.  

Zu Beginn werden in einem gemeinsamen Auftaktgespräch mit Ihnen die örtlichen Rahmenbedingungen analysiert.   

In einem darauf aufbauenden Stakeholder-Workshop mit Vertreter*innen der Kommune, der Hilfs- und Rettungsorganisationen sowie weiteren Fachakteuren werden Ziele und Oberthemen für den weiteren Prozess abgestimmt sowie weitere relevante Akteure identifiziert.  

Es folgt ein Ganztagesworkshop an dem neben den relevanten Fachakteuren auch zufällig ausgewählte Bürger*innen sowie Multiplikator*innen aus Vereinen, Initiativen, Wohlfahrtsverbänden, Religionsgemeinschaften, Nachbarschaftsnetzwerken sowie engagierte Bürger*innen teilnehmen. Ziel ist es, konkrete Ideen und Maßnahmen für eine bessere Zusammenarbeit im Krisenfall zu entwickeln und gemeinsam zu priorisieren.  

Den Abschluss bildet ein öffentliches Veranstaltungsformat, bei dem die Ergebnisse und künftigen Vorhaben vorgestellt, die Bevölkerung für das Thema Krisenvorsorge sensibilisiert und weitere Mitwirkungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.  

Das Gesamtprojekt läuft von Mai 2026 bis April 2029 und gliedert sich in folgende aufeinander aufbauende Phasen:

Bis Juli 2027 werden die Beteiligungsformate gemeinsam mit den bis zu 8 Pilotkommunen entwickelt und praktisch erprobt.  

Anschließend werden die Erfahrungen ausgewertet und zu einer praxisorientierten Toolbox aufbereitet.   

In der nächsten Projektphase erhalten bis zu 20 weitere Kommunen aus Baden-Württemberg ab Herbst 2027 die Möglichkeit, das erprobte Format in der eigenen Kommunen umzusetzen.  

Den Abschluss des Projekts bilden die Gesamtauswertung, die Verstetigung der Ergebnisse sowie die Bereitstellung der entwickelten Instrumente für alle interessierte Kommunen aus Baden-Württemberg.  

Fördergeber

Projektträger

Projektpartner