Allianz für Beteiligung

vermitteln – vernetzen – verstärken

PROJEKTBESUCH IN MEHRSTETTEN

Im Januar waren wir in der Gemeinde Mehrstetten bei der Eröffnung der Ideenwerkstatt dabei. Der Beteiligungsprozess wird im Rahmen des Förderprogramms „Quartiersimpulse“ gefördert.

Die Ideenwerkstatt ist eine dreitägige Veranstaltung bei der es darum geht, im Rahmen eines Beteiligungsprozesses gemeinsam nachzudenken, wie die Ortsmitte der Gemeinde umgestaltet werden soll und welche Nutzungen sinnvollerweise in den Gebäuden und auf den Grundstücken der Gemeinde ihren Platz finden. Alle Bürger*innen sowie alle Interessierten waren eingeladen, sich an der gemeinsamen Ideenfindung im Rahmen der Ideenwerkstatt zu beteiligen, denn: Die Mehrstetter Bürger*innen sind Experten für den Alltag und für das Leben im Ort. Ihre Ideen, Bedürfnisse und Perspektiven sind die wesentliche Grundlage für alle Planungen.

Das Konzept

Die Ideenwerkstatt setzte sich aus Ideenbüro (dreitägig besetzt), Stammtischen, 15 Ideenbox an zentralen Orten, gemeinsamen Mahlzeiten, Ortsbegehungen, Austausch im Jugendzentrum, einer Onlinebeteiligung und der öffentlichen Abschlusspräsentation zusammen. Im Lauf der drei Tage wurden knappe 400 Ideen und 8 fertige Konzepte gesammelt. Auffällig war, dass lediglich 20 Ideen per Ideenbox oder online eingingen. Das Bedürfnis die Anregungen hingegen persönlich mitzuteilen, war sehr groß. Ca. 10% der Bevölkerung brachte sich in den drei Tagen ein, bei der Abschlussveranstaltung waren ca. 250 Bürger*innen anwesend.

Auftakt

Der Beteiligungsprozess wurde in Mehrstetten von einer Steuerungsgruppe begleitet. Diese traf sich zum Auftakt des Ideenbüros vorab zu einem gemeinsamen Mittagessen. Bei leckerem, deftigen schwäbischen Essen saßen die Mitglieder der Steuerungsgruppe über Plänen der Ortsmitte zusammen und gaben dem Moderationsteam erste Hinweise mit auf den Weg.

Nach dem Essen folgte, bei strahlendem Sonnenschein, ein Rundgang durch die Gemeinde. Hierbei ging es insbesondere darum, dass die Beteiligten einen Einblick in die Struktur der Gemeinde erhielten und mögliches Entwicklungspotential entdecken konnten.

Eröffnung Ideenbüro

Nach dem Rundgang wurde am Nachmittag das Ideenbüro am Marktplatz eröffnet. Der große Raum am Marktplatz lädt an drei Tagen bei Kaffee und Kuchen die Bürger*innen dazu ein, Ihre Ideen für Mehrstetten abzugeben. Dabei stehen folgenden Fragstellungen im Vordergrund:

  • Was brauchen wir auf unserem Marktplatz und wie soll dieser in Zukunft gestaltet werden?
  • Wie können Jung und Alt im Ort gut und gerne leben und was braucht es dazu?

In einem großen hellen Raum ist viel Platz seine Ideen aufzuschreiben, zu zeichnen und mit einem interdisziplinären Moderator*innen Team aus Architekt*innen und Stadtplaner*innen sowie der Bürgermeisterin, Franziska Kenntner, zu besprechen.

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität hat sich die Gemeinde was ganz besonderes einfallen lassen: das Gemeinderats-TAXI. Wer keine Möglichkeit hat zum Ideenbüro zu kommen, den holen Mitglieder des Gemeinderats gerne mit dem Auto Zuhause ab, oder kommen auch zur Ideensammlung direkt zu den Bürger*innen nach Hause, so wird keiner ausgegrenzt.

 

 

 

Ideenstammtisch

An zwei Abenden findet zudem ein Ideenstammtisch im Gemeindehaus statt. Hier können die Ideen nochmals intensiver und kondensierter mit den Mitbürger*innen besprochen werden, um eine gemeinsame Vision für die Ortsmitte der Gemeinde zu entwerfen.

Immer mit dabei ist eine große Plane mit einem Luftausschnitt des Ortskerns. Zur Einstimmung am Stammtisch erhielten die Teilnehmenden einen grünen sowie einen roten Klebepunkt und konnten auf der Karte markieren, wo innerhalb von Mehrstetten sie sich am wohlsten fühlen und sich gerne aufhalten (grün) und an welcher Stelle sie noch Entwicklungspotential sehen (rot). Es war schön zu sehen, dass der Tenor durchweg positiv war, dass die Bürger*innen gerne in Mehrstetten leben und sich dort auch gerne aufhalten. Um diese Lebensqualität noch zu verbessern herrschte auch hier Einigkeit darüber, dass in der Ortsmitte noch viel Entwicklungspotential möglich ist. Themen sind hier unter anderem:

  • Nahverkehr und Verkehrsströme im Ort
  • Leerstände
  • Wie wollen wir in Zukunft in Mehrstetten zusammenleben?
  • Treffpunkte/ Aufenthaltsorte für Kinder und Ältere
  • Wohnmöglichkeiten für Alt und Jung

Am zweiten Abend kommen die bisher gesammelten Ideen auf den öffentlichen Prüfstand. Dafür werden die Erkenntnisse der ersten beiden Tage gebündelt und gemeinsam mit allen Anwesenden werden Strategien und Maßnahmen zur Umgestaltung des Marktplatzes und der näheren Umgebung entwickelt.

Die Ergebnisse des dreitägigen Verfahrens wurden direkt am Samstagabend den Einwohner*innen präsentiert.

Fotos © Lisa Weis

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