Allianz für Beteiligung

vermitteln – vernetzen – verstärken

demoSlam

Ein Dialogformat für Verständigung  

2021 haben wir in Kooperation mit MAGNET – Werkstatt für Verständigung, Teilnehmende für ein neues Dialogformat gesucht. Beim demoSlam geht es darum, gegenseitiges Verständnis füreinander zu erzeugen. Es geht ums Verstehen, um das Reindenken und Reinfühlen in andere Denk- und Sichtweisen. Kurz gesagt geht es bei dem Format ausnahmsweise nicht darum unterschiedliche Meinungen zu diskutieren und das Gegenüber beständig versuchen von der eigenen Meinung zu überzeugen. 

Das Gesprächsformat demoSlam wurde von Evgeniya Sayko entwickelt. Ihr war es wichtig ein Format zu kreieren, dass es ermöglicht, konstruktiv über schwierige Themen zu sprechen. Zu Beginn eines jeden demoSlams steht ein längerer Workshop, in dem sich alle Teilnehmenden untereinander kennenlernen, diskutable Themen eruieren und schlussendliche Paare bilden, die gemeinsam in den Dialog und den Verständigungsprozess gehen. Begleitet und unterstützt werden die Teilnehmenden dabei von einem Team aus Trainer*innen. Ziel des demoSlams ist ein Dialog, der Unterschiede deutlich macht, aber dabei insbesondere die Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt stellt. Es soll Raum geben für Empathie und Verständnis. 

Auch wir von Seiten der Allianz für Beteiligung nehmen an der Ausbildung teil. Hannes Schuster war im März beim Auftakttreffen mit dabei:  

Teamfoto von angehenden demoSlam-TrainerInnen während des Trainerlehrgangs

Die Vorfreude war groß, denn die ersten drei Ausbildungstage beinhalten die Teilnehmer*innen-Erfahrung eines demoSlams für die Trainer*innen in spe. Es war wirklich spannend zu sehen, wie schnell sich in einer scheinbar homogenen Gruppe unterschiedliche Sichtweisen zu verschiedenen aktuellen Themen wie Gendern, Patriotismus und Co. herauskristallisierten.  

Als dann der Gegenpart bzw. Partner*in für den demoSlam feststand, ging die Arbeit in der Zweiergruppe erst richtig los. Es musste ja an einer bühnenreifen Darbietung für den großen Online-Slam an Tag drei gearbeitet werden. Diese intensive Phase der Abstimmung, Diskussion und auch sehr ehrlichen Schilderung der Hintergründe für eigene Positionen wird mir dabei am stärksten im Hinterkopf bleiben. 

Denn Meinungen, die einem bis dato völlig deplatziert erschienen, werden just in dem Moment nachvollziehbarer, wenn das Gegenüber seine ehrlichen Gründe für seine Sichtweise schildert. Dafür ist der geschützte Rahmen der Slam-Vorbereitung genau der richtige. 

Und siehe da: Nach diesem Aushandlungsprozess konnten wir auch einen nachhaltig wirkenden Slam auf die digitale Bühne bringen. Denn unser Ergebnis war: Wir müssen die Meinung des anderen weiterhin nicht teilen, aber wir können Verständnis für die Entstehung der Positionen des anderen entwickeln und trotz allem auch Gemeinsamkeiten feststellen. Auch auf das Publikum wirkte dieser Erkenntnisprozess spürbar. Für alle Teilnehmer*innen eine richtig tolle Erfahrung. 

Wir alle sind nun gespannt, wenn wir uns in den kommenden Sitzungen methodisch mit dem Format und den Einzelbestandteilen des demoSlams weiter auseinandersetzen dürfen. 

Text: Hannes Schuster, Lisa Weis 

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